Laborleiterrunde tagt bei Pöppelmann

von | 27.04.2026

Am 22.04.2026 war die Laborleiter-AG des Forschungsverbundes ZWT e.V. zu Gast bei Pöppelmann – vielen Dank an Manfred Bremer für die Einladung

Im fachlichen Teil zeigte Frank Schockemöhle eindrucksvoll, wie industrielle Kunststoffverarbeitung konsequent auf Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz ausgerichtet wird.

Zentrale Hebel sind:
• Treibhausgas-Reduktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette
• Konsequenter Einsatz von Rezyklaten – bereits heute stammen rund 50 % der verarbeiteten Kunststoffe aus Recyclingquellen
• Design for Recycling als integraler Bestandteil der Produktentwicklung, um Materialeinsatz, Recyclingfähigkeit und CO₂-Footprint frühzeitig zu optimieren

Technologisch setzt Pöppelmann auf:
• Schaumspritzguss (TSG) zur Materialeinsparung bei gleichbleibender Performance
• Eigene Compoundierung und Laborkompetenz zur Sicherstellung von Qualität und regulatorischer Konformität von PCR-Materialien
• Simulation & Testing zur effizienten und nachhaltigen Bauteilauslegung

Die Praxis zeigt: Durch den Einsatz von Rezyklaten und innovativen Fertigungsverfahren lassen sich Emissionen je nach Anwendung um bis zu 80 % reduzieren
Nachhaltigkeit wird hier nicht als Zusatz verstanden, sondern als systemischer Bestandteil von Entwicklung, Materialstrategie und Produktion – mit klarer Ausrichtung auf geschlossene Stoffkreisläufe und zukünftige regulatorische Anforderungen.

Neben der anschließenden Besichtigung von Laboren, Technikum und der neuen Halle 43 sowie einem gelungenen gemeinsamen Abend bot vor allem der Austausch der Laborleitenden wertvolle Impulse.

Ein Thema stand dabei besonders im Fokus: der Nachwuchsmangel.

Sowohl bei Studierenden – insbesondere in Bereichen wie Analytik und Rheologie – als auch bei Auszubildenden zeigt sich ein deutlicher Rückgang. Gleichzeitig steigen die Anforderungen in den Unternehmen, während das Wissensniveau vieler Absolventen als sinkend wahrgenommen wird.

Das wirft zentrale Fragen auf:
Wie kann diese Lücke geschlossen werden?
Wie lässt sich verhindern, dass Studiengänge mangels Nachfrage verschwinden?
Braucht es wieder mehr „back to the roots“ – also breiteres Grundlagenwissen statt früher Spezialisierung?

Denn eines ist klar:
Ohne fundiert ausgebildete Fachkräfte fehlt nicht nur die Lösungskompetenz – sondern bereits die Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen.

v.l.: Ann-Christin Bajohr (ZWT e.V.), Matthias Barkhoff (BOGE), Christiane Steinkamp (BASF), Stephan Middelkamp (Harting), Frank Schockemöhle (Pöppelmann), Martin Kreyenschmidt (FH Münster), Manfred Bremer (Pöppelmann)
Ebenfalls Gäste, aber nicht auf Foto: Gökhan Bakis (BASF), Markus Susoff (HS Osnabrück)